17.05.2017 – Swiss Waterpolo
Grösstes Internationales Wasserball Freundschaftsturnier.
Das diesjährige EU-Nations Turnier mausert sich immer mehr zur „Kultveranstaltung“ und wird erstmalig mit 12 Teams ausgetragen. Damit hat es eine organisatorische Dimension wie eine frühere Europameisterschaft. Ursprünglich als 6 Nationen Turnier für Mannschaften aus der „2. Reihe“ gegründet, findet es international immer mehr Anerkennung, so dass sogar seit 2 Jahren die Mannschaft Südafrikas teilnimmt. Die Schweiz als Gründungsmitglied nahm bisher ununterbrochen teil und konnte auch schon einige Erfolge verbuchen. 2013 wurde das Turnier im eigenen Land in Frauenfeld letztmalig gewonnen. Mit dem 3. Platz letztes Jahr auf Malta, konnte ein weiterer Achtungserfolg verbucht werden. Lediglich Malta als EM-Teilnehmer und Südafrika als WM-Teilnehmer waren besser platziert. Beide Teams lieferten sich ein spannendes Finalspiel, welches Malta hauchdünn 13:12 gewann. Mit knappen Siegen z. B. gegen Dänemark, Österreich und erstmalig gegen Polen konnte die Schweiz eine weitere „Duftmarke“ auf der internationalen Wasserballlandkarte setzten.
Umso erstaunter nahm Nationaltrainer Uwe Sterzik die diesjährige Gruppenauslosung zur Kenntnis. Bei 4 Gruppen à 3 Teams wäre man eigentlich als Drittplatzierter des letztjährigen Turniers als einer der Gruppenersten gesetzt gewesen. Stattdessen musste man England als Turnierneuling, aber durchaus als einer der Favoriten und Polen den Vorrang gewähren. Anstatt dass Polen in der maltesischen Gruppe spielt, muss nun die Schweiz in der Vorrunde gegen den Turnierfavoriten vom Mittelmeer und Irland antreten. Da direkt nach der Vorrunde die Gruppenersten die Plätze 1-4 ausmachen, wird ein Medaillenrang äusserst schwierig. Darüber hinaus wird das Turnier zusätzlich genutzt, den Verjüngungsprozess im Schweizer Team weiterhin voranzutreiben. Es werden erstmalig bei einem internationalem Turnier S. Geiser, V. Albers und Y. Dudler vom SC Kreuzlingen im Schweizer Nationalteam debütieren. Mit einem Durchschnittsalter von ca. 20 Jahren wird das Team sicherlich zu den Jüngsten des Turniers zählen. Angesichts der schwierigen Vorrundengruppe, wäre Nationaltrainer Uwe Sterzik mit einem Platz im Mittelfeld höchst zufrieden. Hierfür muss aber zumindest Irland geschlagen werden, was sicherlich kein „Selbstläufer“ wird.
Eine Hiobsbotschaft ereilte das Team kurz vor Turnierstart am kommenden Freitag. Stammtorwart Luca Henzi verletzte sich im letzten NL-A Spitzenspiel und wird bis auf weiteres ausfallen. Damit kann Nachwuchs-Goalie Yannick Schmuki vom SC Schaffhausen seine Qualitäten vollständig beweisen. Beruflich verhindert sind zusätzlich die etatmässigen Abwehrspieler P. Bjelajac, L. Damjanov wie auch R.Lucato, womit der gesamte eingespielte Abwehrblock fehlt.
Obwohl die Voraussetzungen für das Turnier alles andere als optimal sind, sieht Teammanager Ruedi Stoeckly die Situation gewohnt positiv: „Wieso sollen wir hier alle Karten aufdecken, wenn wir im Oktober beim 2. EM-Qualifikationsturnier u. a. ebenfalls auf den Turnierausrichter Polen treffen werden…“
